Was ist das Gruppen-Imago?

Das Gruppen-Imago ist die innere Vorstellung, die jede*r Einzelne von der Gruppe hat. Es bündelt Erwartungen, unbewusste Glaubenssätze und Spielregeln, die das Miteinander prägen. Wenn sich über Jahre hinweg immer wieder „diese eine Person“ findet, die scheinbar nicht zum Team passt, liegt das oft an einem tieferliegenden Muster – nicht an der Person selbst.

Der Fall aus der Praxis: Wenn sich Muster immer wiederholen

Alles begann mit einer Supervision in einem Team, das große Schwierigkeiten mit einem stark aggressiven Bewohner hatte. Die Mitarbeitenden hofften, alles würde besser, sobald dieser Bewohner die Einrichtung verlässt.

Tatsächlich ging er irgendwann. Aber kurz darauf zeigte sich die nächste „Problem-Person“. Eine neue Kollegin wurde plötzlich als Störenfried wahrgenommen, das Team war wieder in Aufruhr, und erneut stand die Frage im Raum, wie man diese Person schnellstmöglich loswerden könnte. Doch auch nach ihrem Weggang blieb das Grundproblem bestehen – das Muster hatte sich nicht verändert.

In der gemeinsamen Arbeit mit dem Team erkannte schließlich ein Mitglied nach einigen Sitzungen: „So ist das hier schon immer.“ Diese Einsicht wurde zum Wendepunkt: Der Fokus wechselte weg von Schuldzuweisungen hin zu einer tieferen Auseinandersetzung mit dem eigenen, kollektiven Verhalten.

Sonja Salzsieder Teamentwicklung

Wie lässt sich das Gruppen-Imago positiv beeinflussen?

Sonja Salzsieder Teamentwicklung

Ein destruktives Gruppen-Imago hält Teams in Dauerschleifen aus Konflikten und Schuldzuweisungen fest. Doch es gibt Wege, diese Dynamik zu durchbrechen:

  1. Transparenz schaffen
    Konflikte nicht „aussitzen“, sondern direkt und regelmäßig im Team ansprechen. Das verhindert, dass sich negative Stimmungen verfestigen.
  2. Intrinsische Motivation wecken
    Echte Veränderung braucht Bewusstsein: Erst wenn das Team seine eigenen Muster erkennt, können nachhaltige Lösungen entstehen.
  3. Wertearbeit im Team
    Eine klare Basis aus Werten wie Respekt, Wertschätzung und Verlässlichkeit gibt Halt. Rituale oder gemeinsame Leitbilder helfen, das positiv geprägte Gruppen-Imago zu stärken.
  4. Gemeinsame Richtung definieren
    Statt auf Konflikte oder „Störer*innen“ zu reagieren, braucht es eine gemeinsame Vision. Wo wollen wir hin? Was ist unser übergeordnetes Ziel?
  5. Den „Schwarzen Peter“ auflösen
    Eine Person zu entlassen oder zu verschieben, löst selten das eigentliche Problem. Erst wenn Teams verstehen, dass Konflikte Teil ihrer Gruppendynamik sind, können sie aktiv und konstruktiv damit umgehen.

Fazit: Bewusstes Arbeiten mit dem Gruppen-Imago

Solange Teams ihr eigenes Gruppen-Imago nicht reflektieren, geraten sie leicht in wiederkehrende Konfliktmuster. Wer stattdessen genauer hinschaut und die unbewussten Strukturen erkennt, findet den Schlüssel zu mehr Stabilität – und kann das Potenzial des Teams endlich wirklich entfalten.

Kennst du solche Dauerschleifen in deinem Team?
Dann ist es an der Zeit, das Gruppen-Imago unter die Lupe zu nehmen. Denn echte Veränderung beginnt immer mit Bewusstsein.

Mit dem Blick auf unbewusste Dynamiken unterstütze ich Teams dabei, destruktive Muster zu erkennen und einen gemeinsamen Weg in Richtung Wertschätzung und Zusammenarbeit zu entwickeln. Gerne begleite ich dich und dein Team auf diesem Weg!

Sonja Salzsieder Teamentwicklung

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